11.12.2011

Bayern unterliegen in der Ferne erneut knapp

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Vor 9.780 Zuschauer in der Bremer ÖVB-Arena verliert der FC Bayern mit 71:73 gegen die Eisbären Bremerhaven. Über weite Strecken kontrollierten die Münchner Gäste die Partie in Führung liegend. Eine Minute vor dem Ende drehten die Eisbären das Blatt. Für die Mannschaft von Dirk Bauermann war es bereits die vierte Niederlage im fünften Auswärtsspiel.

Die Münchner Gäste erwischten einen Traumstart in die Partie. Chevon Troutman und Kapitän Steffen Hamann trafen früh zum 4:0. Besonders unterm Korb hatten die Bayern Vorteile, die Chevon Troutman und Jared Homan mit einem 8:0-Lauf zum 12:4-Zwischenstand nutzten. Nach der ersten Auszeit von Eisbären-Coach Douglas Spradley folgte eine Schrecksekunde für die Eisbären. Mit Torrell Martin, der nach einem Zweikampf humpelnd das Spielfeld verließ, fiel einer der wichtigsten Akteure der Gastgeber für den Rest des Spiels aus. Während sich die Eisbären neu sortierten, markierte Robin Benzing die größte Bayern-Führung des Spiels (18:9). Dank einer beeindruckenden Zweierquote von 73 % und einer starken Verteidigung gewannen die Münchner den ersten Durchgang mit18:11.

Zu Beginn des 2. Viertels behauptete Robin Benzing den Vorsprung mit seinen Treffern zum 20:13, doch in der Folge leisteten sich die Bayern zu viele Ballverluste (9 bis zur Halbzeit) und verloren zusehends den guten Rhythmus der Anfangsminuten. Getragen von den knapp 10.000 Zuschauern in der ÖVB-Arena gingen die Bremerhavener zur Mitte des Spielabschnitts mit einem 10:0-Lauf erstmals in Führung - 20:23 aus Bayernsicht. Doch das Glück währte nicht lange. Binnen Sekunden eroberten Jared Homan und Chevon Troutman die Führung zurück (24:23). Homan, der in seinem dritten Ligaspiel für die Bayern erneut überzeugte, traf mit seinen Punkten 9 und 10 zum 33:28-Halbzeitstand. Deutlicher als das Zwischenergebnis war bis hierhin das Reboundverhältnis. Mit 20:12 zeigte sich hier eine klare Überlegenheit der Bauermann-Truppe. Besonders die 9 Offensivrebounds der Bayern werden in der Halbzeitpause Thema in der Bremerhavener Kabine gewesen sein.

Der dritte Durchgang war äußerst ausgeglichen (18:17). Auf Bayernseite punkteten vor allem Demond Greene und Chevon Troutman, während die gesamte Mannschaft mit hoher Intensität verteidigte. Greene traf an diesem Abend drei seiner vier Versuche aus der 6,75m-Distanz (zwei davon im 3. Viertel) und unterstrich damit seine Qualitäten. Vor dem Schlussdurchgang lag sein Team mit 51:45 in Front. Entschieden war noch nichts, aber die Bauermann-Truppe schien auf einem guten Weg.

Bis zur Mitte des Schlussdurchgangs brannten beide Mannschaften ein kleines „Dreipunkte-Feuerwerk" ab. Sechs Dreipunktewürfe fanden bis zum 61:61-Ausgleich durch Terrell Everett ihr Ziel. Wenig später traf Ben Hansbrough, nach sicher verwandelten Freiwürfen von Demond Greene, zum dritten Mal innerhalb weniger Minuten aus der Distanz (66:61).

Es blieb weiter spannend. Was die Münchner auch unternahmen, sie konnten sich nicht entscheidend absetzen. Immer wieder fanden die Gastgeber die passende Antwort. Selbst als Chevon Troutman zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit einem „Dreier" zur 71:66-Führung traf, war noch nichts entschieden. Ganz im Gegenteil. Die Eisbären Chris McNaughton (17 Punkte), Terrell Everett (17) und Zachery Peacock (9) profitierten in der Schlussphase vor allem von unglücklichen Ballverlusten der Bayern (insgesamt 19 im Spielverlauf), und markierten entscheidende Punkte. Beim Stand von 71:73 aus Bayernsicht etwas mehr als 2 Sekunden vor Spielende nahm Dirk Bauermann die letzte Auszeit. Nach einem Einwurf an der Seitenlinie kam der Ball schließlich zu Ben Hansbrough, der allerdings nicht ungestört zum Wurf kam und somit das Spiel nicht mehr drehen konnte.

Dirk Bauermann sagte nach dem Spiel: „Glückwunsch an Doug und die Eisbären! Das Spiel heute war Werbung pur für den Basketball-Sport. Es war wirklich alles dabei und die Spannung war bis zur allerletzten Sekunde gegeben. Wir haben gut angefangen und das Spiel lange Zeit kontrolliert. Mit ein wenig mehr Ruhe und Cleverness im Abschluss hätten wir sicherlich gewinnen können. Allerdings hat Bremerhaven eine so große Qualität, dass sie im Schlussviertel noch einmal zurückkommen konnten. Zudem haben die Eisbären in der entscheidenden Phase sehr gut verteidigt."

Eisbären-Coach Douglas Spradley sagte nach der Schlusssirene: „Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben die Bayern das Spiel in Sachen Intensität und Rebounds klar bestimmt. Nach der Pause haben uns die Bankspieler und die tolle Kulisse einen echten Schub gegeben. Ich kann mich Dirk Bauermann nur anschließen: Dieses Spiel war echte Werbung für den Basketball."

Die Eisbären klettern durch diesen Erfolg in der Tabelle von neun auf fünf. Die Bayern rangieren nach der vierten Niederlage im fünften Auswärtsspiel auf dem siebten Tabellenrang. Am kommenden Samstag (17.12., 19 Uhr) treffen die Münchner im 8. Heimspiel der laufenden Saison im Audi Dome auf die TBB Trier.

Es spielten für den FC Bayern München: Chevon Troutman (17 Punkte/1 Dreier), Demond Greene (15/3), Ben Hansbrough (13/3), Jared Homan (12), Robin Benzing (6), Steffen Hamann (6), Aleksandar Nadjfeji (2), Jan-Hendrik Jagla, Philipp Schwethelm, Jonathan Wallace und Darius Hall (dnp).

 

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